Alexandra Götze | 2.560 Führungsfehler, die Sie unbedingt vermeiden sollten!
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Business & Personal Coach Wiesbaden, Frankfurt, Mainz

2.560 Führungsfehler, die Sie unbedingt vermeiden sollten!

Wenn Sie diesen Artikel in der Hoffnung geöffnet haben, wirklich zweitausendfünfhundertsechszig Führungsfehler aufgezeigt zu bekommen, muss ich Sie leider enttäuschen. Sie werden hier weder eine Rangfolge der schlimmsten Führungsfehler finden, noch versorge ich Sie mit adäquaten Ratschlägen zur Vermeidung dieser. Ich bin sogar sehr weit davon entfernt, Ihnen mit diesem Beitrag zu irgendwas zu raten, aber der Reihe nach…

In den sozialen Netzwerken vergeht mittlerweile kein Tag, an dem Chefs nicht mahnend daran erinnert werden, die FATALEN FÜHRUNGSFEHLER zu vermeiden! Fehler also, die ganz sicher und 100 % dafür sorgen werden, dass auch noch der letzte motivierte Mitarbeiter genervt den Dienst quittiert. Ich lese, dass Führungskräfte bitte bedenken sollten, die eigenen Leute nicht zu überfordern. Wobei unterfordern jetzt auch blöd wäre. Sie sollten Ihre Mitarbeiter frühstmöglich in Entscheidungen und Überlegungen einbeziehen. Doch wird selbstverständlich erst kommuniziert, wenn alles wirklich spruchreif ist. Zweifellos führen heutige Leader transformational, können aber auch transaktional, wenn es die Situation erfordert. Es wäre schön, wenn man als Chef charismatisch wäre, aber doch bitte nicht so, dass es Neid erzeugt. Vielleicht sollten sich Vorgesetzte auch eher unsichtbar machen. Die Tür dabei aber stets offen halten. Möglicherweise stellen Sie sich als Chef auch tot, solange dabei die Mannschaft motiviert bleibt!

Wenn Sie Führungskraft sind, und an sich so langsam aber sicher ein schizophrenes Verhalten beobachten, scheinen Sie wahrscheinlich alles richtig zu machen!

Wenn ich sehe, was Vorgesetzte heute alles tun oder lassen sollten, bin ich ehrlich froh, keine mehr zu sein. Früher durfte man als Chef noch fatale Führungsfehler machen. Ich habe demotiviert und falsch kommuniziert. Ich habe meine Macht über- und meine Mitarbeiter unterschätzt. Mal war ich kooperativ, mal disziplinarisch, mal patriarchisch. Wenn es schlecht lief, sogar alles an einem Tag. Ich habe zu viel, zu wenig und keine Ziele gesetzt. All das habe ich gemacht – aber vieles davon nur genau ein Mal.

Die Rückwirkung meiner Mitarbeiter war meine do & don’t Liste. Fehler, die ich als Chefin gemacht habe, kamen in Form von Feedback des Teams an mich zurück. Mal früher, mal später. Mal direkt, mal indirekt. In Wort, in Tat oder in beidem. Ich musste lernen, aufgrund des Outputs (der Rückwirkung) meiner Mitarbeiter mein Input (mein Verhalten) zu justieren, anzupassen. Sonst, das hatte ich irgendwann verstanden, erreichen wir die uns gesteckten Ziele nicht. Denn die wenigsten Ziele erreicht man alleine. Das musste ich lernen – und meine Mitarbeiter gaben mir Zeit und Chance, das zu tun.

Aktuell lese ich einiges zum Thema Fehlerkultur. Von Unternehmen, die stolz auf jeden Fehler sind, die der Mitarbeiter macht. Entwicklung findet vor allem da statt, wo Fehlern der Schrecken genommen wird und wo man sich ausprobieren darf. Dieses Credo, so scheint mir, gilt für die Führungsarbeit nicht.

Endlich sind Unternehmen sensibler und wertschätzender geworden, im Umgang mit der Human Ressource (ich meine, Vorgesetzte gehören auch in diese Kategorie…). Da möchte man sich einfach keine Fehler mehr erlauben. Dieser Schritt ist selbstverständlich mehr als begrüßenswert! Die Verantwortung für einen sensiblen und wertvollen Umgang tragen Chefs aber nicht alleine. Und daher frage ich mich schon, inwiefern die Führungsfehlerdebatten die Aufmerksamkeit von der Selbstverantwortung der Mitarbeiter lenkt? Für mich ist es etwas zu einseitig, ausschließlich Verhaltensregeln für Chefs zu proklamieren und Mitarbeiter außen vor zu lassen. Beide sind in der Verantwortung für ein kooperatives Miteinander.

Führungsfehler, so habe ich gelernt, sind immer dann für alle Beteiligten schädlich, wenn die Vorgesetzten nichts daraus lernen und weiter machen (oder weiter machen dürfen!) wie bisher. Aus unternehmerischer Sicht ist wahrscheinlich beides destruktiv: Chefs, die nicht dazu lernen wollen und Mitarbeiter, die diesen keine Zeit zum Lernen lassen.

Alexandra Götze

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